29 Prozent der Deutschen hören wöchentlich Podcasts. Klingt solide, aber nicht spektakulär. Die neue AUDIOEFFEKT-Studie zeigt allerdings, dass Podcasts heute in Situationen gehört werden, die andere Medien kaum erreichen: Autofahrten, Routinen, Auszeiten und emotionale Situationen. Audio läuft mit dem Leben einfach mit. Genau das macht Podcasts für Hörer und Marken plötzlich extrem wertvoll.
Podcasts besetzen die intimsten Momente des Alltags
Die neue AUDIOEFFEKT-Studie „Always Within Reach 2026“ erklärt ziemlich gut, warum Podcasts für viele Menschen längst mehr sind als nur ein weiteres Medienangebot. Denn die Untersuchung zeigt: Audio funktioniert über Nähe, Gewohnheiten und Präsenz im Alltag.
Für die Studie von AUDIOEFFEKT, ARD MEDIA und RMS wurden Ende 2025 insgesamt 2.878 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Untersucht wurde vor allem, welche Medien Menschen in bestimmten Alltagssituationen spontan im Kopf haben. Und genau dort wird Podcasting spannend.
Podcasts sind kein Zufallsmedium
29 Prozent der Deutschen hören laut Studie mindestens einmal pro Woche Podcasts, knapp 15 Prozent sogar täglich. Das wirkt im Vergleich zu Radio zunächst überschaubar. Aber die eigentliche Stärke von Podcasts liegt woanders. Podcasts werden besonders stark mit persönlichen Situationen verbunden:
- Zeit für mich
- Abschalten
- Emotionen verarbeiten
- nicht alleine sein
- mitreden können
- in andere Welten eintauchen
Podcasts sind kein Nebenbei-Konsum wie viele Social-Feeds. Menschen starten Podcasts meist sehr bewusst. Sie suchen Orientierung, Unterhaltung, Nähe oder Gesellschaft. Genau deshalb entstehen oft deutlich stärkere Bindungen als bei klassischen Plattformformaten.
Audio gewinnt dort, wo Bildschirme verlieren
Besonders interessant: Audiomedien gehören in 84 Prozent aller untersuchten Alltagssituationen zu den Top-3-Medien. Social Media und Videostreaming schaffen das nur in 40 Prozent der Fälle. Das ist eine ziemlich deutliche Botschaft an die Branche. Denn während viele Plattformen um aktive Aufmerksamkeit kämpfen, läuft Audio einfach mit:
- beim Autofahren
- beim Sport
- beim Kochen
- beim Arbeiten
- unterwegs
- während Routinen
Und genau davon profitieren Podcasts massiv. Sie müssen nicht ständig um den Blick aufs Display kämpfen. Sie begleiten Menschen durch ihren Alltag.
Radio bleibt der Reichweiten-König
Trotzdem zeigt die Studie auch, warum Radio weiterhin extrem stark bleibt.
80 Prozent der Befragten hören mindestens einmal pro Woche Radio, 63 Prozent sogar täglich. Vor allem aber ist Radio in vielen Alltagssituationen der sogenannte „Best Fit“: bei der Autofahrt, bei der Hausarbeit, während der Arbeit oder beim Essen.
Radio gewinnt also über Breite, Podcasts gewinnen über Tiefe. Das ist vermutlich die spannendste Erkenntnis der gesamten Studie.
Die Untersuchung arbeitet stark mit dem Begriff „Mental Availability“, also mentaler Verfügbarkeit. Gemeint ist damit vor allem: Welche Medien fallen Menschen in bestimmten Situationen spontan ein? Und genau dort haben Podcasts inzwischen eine viel stärkere Position, als reine Reichweitenzahlen vermuten lassen.
Für Creator, Publisher und Werbekunden ist das hochrelevant. Denn starke Podcast-Marken entstehen nicht nur über Downloads. Sie entstehen über Gewohnheiten, emotionale Nähe und wiederkehrende Alltagsmomente. Podcasts werden nicht einfach konsumiert. Sie werden Teil von Routinen.
Link zur Studie: https://is.gd/sXmn39





