Die neue JIM-Studie 2025 zeigt ziemlich klar: Podcasts gehören fest in den Medienmix der 12- bis 19-Jährigen, aber sie stehen unter Druck. Musikstreaming wächst, Social Media frisst Aufmerksamkeit, Radio rutscht ab. Und Podcasts? Sie behaupten sich – allerdings vor allem bei Jugendlichen, die gezielt nach Tiefe, Humor oder Orientierung suchen.

Podcasts bleiben stabil – aber sind kein Massenmedium

71 % der Jugendlichen hören Podcasts zumindest gelegentlich, 26 % sogar mehrmals pro Woche. Die tägliche Hör-Dauer liegt bei überraschend starken 46 Minuten. Interpretation: Podcasts sind für viele Teens ein bewusst gewähltes Format – kein Nebenbei-Medium.

Comedy & Wissen: Die Gen-Z-Siegergenres

Die zwei klaren Favoriten:

  • Comedy (56 %) – Podcasts müssen unterhalten, überraschen, Nähe schaffen.
  • Wissen & Bildung (56 %) – Lernformate funktionieren, wenn sie locker erzählt werden.

True Crime, Musikthemen und „Aktuelles“ landen im soliden Mittelfeld. Auffällig: Mädchen tendieren zu Crime & Lifestyle, Jungen zu Wissen & News.

Creator schlagen Medienmarken

Unter den Lieblingsshows dominieren Creator-Podcasts wie Hobbylos, Dick & Doof und Die Nervigen. Das Muster: Jugendliche folgen Persönlichkeiten – nicht Verlagen.

Wer junges Publikum will, braucht Hosts mit Haltung und eigener Erzählstimme.

YouTube & TikTok entscheiden über Sichtbarkeit

Kurzvideos und Clips sind die Eintrittstür ins Podcast-Universum:
Jugendliche entdecken Podcasts auf Social Media – nicht in Apps. Heißt: Ohne Video-Komponente bleibt man in dieser Zielgruppe unsichtbar.

Der Audioalltag explodiert – aber nicht für alle Formate

  • Musikstreaming: 93 % Nutzung, 136 Minuten täglich
  • Radio: 51 % (weiter fallend) → Podcasts sitzen dazwischen – als Format für Fokus, Story und Identifikation.

Wachstum bleibt die Kernherausforderung

Auch wenn die Studie es nicht explizit misst, wird deutlich: Jugendliche haben keinen Medienplatz mehr frei. Wer sie erreichen will, muss im Feed stattfinden – und mit Formatideen kommen, die persönlich, schnell konsumierbar und emotional anschlussfähig sind.

Was heißt das für die Podcastbranche?

  • Clip-first denken. Wer Jugendliche will, startet nicht im RSS-Feed, sondern auf TikTok, Insta & YouTube.
  • Humor + Haltung sind der Wachstumsmotor. Der Markt schreit nach Personality-Podcasts.
  • Wissens-Podcasts haben Riesenpotenzial. Aber nur, wenn sie leichtfüßig erzählt werden.
  • Video entscheidet die Zukunft. Ohne sichtbare Hosts gibt es keine Gen-Z-Reichweite.
  • Community schlägt Reichweite. Teens folgen Hosts, nicht Marken – Beziehungen zählen mehr als Branding.

 

Aber was ist eigentlich die JIM-Studie?
Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) ist eine der wichtigsten jährlichen Untersuchungen zum Medienverhalten von 12- bis 19-Jährigen in Deutschland. Herausgegeben vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) zeigt sie, wie Jugendliche kommunizieren, welche Plattformen sie nutzen, was sie hören, sehen, streamen – und wie sich ihr Medienalltag verändert. Für die Podcastbranche ist sie ein verlässlicher Kompass, um Trends, Nutzungsroutinen und neue Chancen bei Gen Z früh zu erkennen. Quelle: https://is.gd/gEHYX5