News-Podcasts waren 2025 das meistgehörte Podcast-Genre in Deutschland. Das zeigt die neue Podcast-News-Studie 2026 von Seven.One Audio, die auf Online-Interviews aus Oktober 2025 basiert. Die Studie liefert nicht nur Zahlen zu Plays und Zielgruppen, sondern auch ein ziemlich klares Bild davon, warum das Genre gerade so stark wächst – und wer es eigentlich hört.

Wenn du dich in den letzten Monaten dabei ertappt hast, morgens erstmal „kurz hören, was los ist“: Du bist nicht allein. Der Anteil von News-Podcasts lag bei 28 Prozent aller monatlichen Plays. Dahinter folgen dann True Crime oder Wissen. Das ist ein ziemlich klares Signal: In politisch und gesellschaftlich aufgeladenen Zeiten wollen viele Menschen nicht nur Unterhaltung – sie wollen Orientierung.

191 Millionen Plays – Kategorie “News” wächst weiter

Noch spannender: News-Podcasts sind nicht nur groß, sie wachsen weiter. Die Zahl der monatlichen Plays im News-Genre ist laut Studie innerhalb eines Jahres um 12 Prozent gestiegen – auf 191 Millionen Plays. Und: Vier der Top-10-Podcasts in den agma-Charts kommen aus dem News-Bereich. Das Genre ist also nicht nur „viel gehört“, sondern auch in der Spitze extrem präsent.

Worum geht’s im News-Genre wirklich?

News ist nicht gleich News. Laut Studie wurde das Genre 2025 vor allem geprägt von:

  • politischen Themen
  • gesellschaftlich relevanten Inhalten

Erst dahinter kamen:

  • Gesellschaft, Kultur, Medien

Und eher nachrangig spielten:

  • Kriminalität, Recht, Sicherheit
  • Wirtschaft & Finanzen
  • Gesundheit & Umwelt

Das ist interessant, weil es zeigt: Der News-Podcast-Boom ist aktuell weniger „True Crime light“, sondern eher politische Lage + gesellschaftlicher Kontext.

Die Infografik zeigt die Podcast-Hörerschaft nach Alter und Geschlecht. Sie verdeutlicht, dass Nachrichten-Podcasts auch im Jahr 2025 das stärkste Genre bei den männlichen Hörern bleiben.

Wer hört News-Podcasts? Spoiler: nicht die Gen Z

Die Studie zeigt auch sehr deutlich: News-Podcasts haben eine andere Zielgruppe als viele andere Genres.

  • 58 % der Hörer sind männlich
  • Ältere Zielgruppen sind deutlich stärker vertreten:
    • 25 % der 60–69-Jährigen hören regelmäßig News-Podcasts
    • 22 % der 50–59-Jährigen
    • aber nur 13 % der 18–29-Jährigen

Außerdem: Die Hörerschaft ist laut Seven.One Audio im Schnitt gebildeter, hat höheres Einkommen und ist damit – aus Vermarkter-Sicht – natürlich besonders attraktiv.

Und jetzt wird’s spannend: Junge vs. Ältere nutzen News komplett unterschiedlich

Ein Punkt aus der Studie ist Gold wert – gerade für alle, die News-Formate produzieren oder planen: News-Podcasts werden je nach Altersgruppe völlig anders genutzt.

  • 18–29 Jahre: wollen vor allem den schnellen Überblick
  • 50–69 Jahre: wollen Hintergrund, Analyse und Einordnung

Heißt: Ein News-Podcast kann nicht „alles für alle“ sein. Wer versucht, gleichzeitig Tagesschau und Polit-Talk zu sein, wird oft weder schnell noch tief.

Was bedeutet das für Podcastmacher (und Vermarkter)?

Das Genre ist ein echtes Power-Genre – aber es funktioniert nicht über Lautstärke, sondern über Struktur:

1) Klarer Nutzen gewinnt
Entweder Überblick ODER Analyse. Beides gleichzeitig geht selten gut.

2) News-Podcasts sind ein Bindungsformat
Wer einmal eine Routine aufgebaut hat („jeden Morgen um 7“) wird schwer ersetzbar.

3) Das Publikum ist werberelevant – aber sensibel
News-Hörer akzeptieren Werbung oft, solange sie nicht das Gefühl haben, dass sie mitten in ein politisches Thema reingrätscht. Genau hier entscheidet Platzierung.

Kleiner Reality-Check zur Studie

Wichtig zur Einordnung: Seven.One Audio ist selbst ein großer Podcast-Vermarkter und hat zahlreiche News-Formate im Portfolio – darunter auch neue Formate unter der Marke „Guttenberg“. Die Studie ist also nicht nur Marktforschung, sondern auch ein Stück Positionierung. Das macht die Zahlen nicht automatisch falsch – aber man sollte es im Hinterkopf behalten.

Die eigentliche Frage für 2026 ist nicht, ob News-Podcasts funktionieren.
Sondern: Wer schafft es, sie so zu bauen, dass Menschen wiederkommen – und nicht nach drei Folgen mental erschöpft sind?