Video-Podcasts sind längst kein YouTube-Thema mehr. Jetzt baut auch Amazon Music seine Position in diesem Bereich weiter aus und öffnet seine Plattform für deutlich mehr Videoformate. Dafür arbeitet Amazon Music mit mehreren großen Podcast-Hosting-Plattformen und Publishern zusammen. Integriert wurden unter anderem ART19, Omny Studio von Triton Digital und Flightcast. Weitere Anbieter wie SiriusXM, Megaphone und Libsyn sollen folgen. Für Hörer:innen bedeutet das vor allem: mehr Auswahl und mehr Flexibilität.
Vom Hören zum Schauen – und wieder zurück
Neu auf Amazon Music sind Video- und Audio-Podcasts von Publishern wie iHeartMedia, SiriusXM, Spotify, NBC Sports und Headgum. Darunter finden sich Formate wie Hey Jonas!, Joy 101 with Hoda Kotb, Pro Football Talk Live with Mike Florio oder Solved with Mark Manson. Dabei will Amazon die Nutzung möglichst unkompliziert machen: Innerhalb der App können Hörer:innen zwischen Video und Audio wechseln, ohne die Folge zu verlassen. Episoden lassen sich außerdem für die Offline-Nutzung herunterladen. Das Angebot funktioniert auf iOS und Android und steht über alle Abo-Stufen hinweg zur Verfügung.
Video wird zum Standard (und bleibt trotzdem flexibel)
Interessant ist vor allem, wie viele große Plattformen inzwischen Video-Podcasts integrieren. Für Creator bedeutet das: Sie müssen nicht zwangsläufig zwischen Audio und Video entscheiden. Ein Podcast kann weiterhin klassisch gehört werden, gleichzeitig bekommt er zusätzliche Möglichkeiten, visuell konsumiert und entdeckt zu werden. Genau diese Entwicklung zeichnet sich derzeit im gesamten Podcast-Markt ab: Audio bleibt die Basis, Video wird zur zusätzlichen Zugangstür.
Und je mehr Plattformen Video-Podcasts unterstützen, desto weniger geht es für Creator um die Frage „Brauchen wir überhaupt Video?“, sondern eher darum, wo und wie sich Video für das eigene Format sinnvoll einsetzen lässt.
Auch für Werbung wird es interessant
Amazon Music baut dabei nicht nur die Distribution aus, sondern auch die Monetarisierungsmöglichkeiten. Creator können dynamische Video-Werbung integrieren, während bestehende Sponsoring-Deals und fest eingebaute Werbung weiterhin bestehen bleiben. Gleichzeitig behalten Publisher und Creator laut Amazon die Kontrolle über Hosting, Werbeinventar und Zielgruppenansprache. Das ist für professionelle Podcast-Produzenten ein wichtiger Punkt: Video soll nicht einfach eine weitere Plattform sein, auf der Inhalte ausgespielt werden, sondern auch eine zusätzliche Einnahmequelle eröffnen.
Amazon denkt global
Besonders spannend ist die internationale Ausweitung. Video-Podcasts sind auf Amazon Music inzwischen nicht nur in den USA verfügbar, sondern auch in Großbritannien, Kanada, Mexiko, Brasilien und Japan. Damit wird Amazon Music für Publisher und Creator zu einem weiteren relevanten Ausspielweg, neben den bereits etablierten Plattformen wie YouTube, Spotify und Apple Podcasts.
Das große Bild: Podcasting wird immer stärker multimodal. Hörer:innen wollen nicht mehr zwingend entscheiden müssen, ob sie einen Podcast hören oder schauen. Sie wollen je nach Situation zwischen beidem wechseln können.
Für Creator heißt das: Eine gute Audiofolge kann heute deutlich mehr als nur eine Audiofolge sein. Die eigentliche Herausforderung wird zunehmend, aus diesem zusätzlichen Format auch einen echten Mehrwert für Publikum und Vermarktung zu schaffen.





