Der Podcast war lange ein reines Audio-Medium. Doch spätestens seit Plattformen wie YouTube zeigt sich: Viele Hörer:innen wollen Podcasts nicht nur hören, sondern auch sehen. Mit der neuen Video-Integration geht nun auch Apple Podcasts einen entscheidenden Schritt in Richtung hybrider Podcast-Erlebnisse.
Nahtlos zwischen Audio und Video wechseln
Das zentrale Feature: Podcasts lassen sich weiterhin klassisch hören, aber jederzeit als Video fortsetzen. Die Wiedergabe setzt exakt dort an, wo zuvor pausiert wurde. Möglich macht das der Einsatz von HLS-Streaming (HTTP Live Streaming), einem Standard, der stabile Videoauslieferung bei unterschiedlichen Bandbreiten erlaubt.
Für Nutzer:innen bedeutet das maximale Flexibilität:
- Unterwegs Audio hören
- Zu Hause Video schauen
- Kein Neu-Start, kein Medienbruch
Der Podcast wird damit endgültig zum plattformunabhängigen Content-Format.
Produktion bleibt vertraut
Für Creator besonders wichtig: Es ist kein kompletter Systemwechsel nötig. Videos werden über den bestehenden Hosting-Anbieter bereitgestellt – ähnlich wie bisher Audioepisoden.
Aktuell unterstützen u. a.:
- Acast
- ART19
- Omny Studio
- Simplecast
Creator können also ihre bekannten Tools, Workflows und Veröffentlichungsprozesse weiter nutzen. Auch Follower, Downloads und Interaktionsmöglichkeiten funktionieren wie gewohnt.
Neue Monetarisierungsoptionen
Ein weiterer zentraler Punkt: Apple betont die Offenheit der Plattform. Podcaster behalten die Kontrolle über ihr Geschäftsmodell und ihre Partner.
Neu ist vor allem die Möglichkeit, dynamische Videoanzeigen einzubinden, darunter auch von Moderator:innen gelesene Spots. Damit entstehen neue Einnahmequellen, ohne das bestehende Audio-Geschäft zu kannibalisieren.
Strategische Bedeutung für die Branche
Die Integration zeigt deutlich, wohin sich Podcasting entwickelt:
- Audio bleibt Kern – Video wird Erweiterung
- Sichtbarkeit der Hosts gewinnt an Bedeutung
- Plattform-Distribution wird wichtiger als einzelne Kanäle
- Podcasts werden zunehmend zum „Lean-Back-Videoformat“
Für Unternehmen, Publisher und Creator heißt das: Wer heute produziert, sollte Video zumindest mitdenken – nicht zwingend als Ersatz für Audio, sondern als zusätzliche Ebene.
Fazit
Podcasting wird nicht zu Video, es wird multimedial. Die neue Funktion macht es erstmals möglich, Audio-Shows ohne großen technischen Aufwand visuell zu erweitern und neue Nutzungsgewohnheiten abzudecken.
Für bestehende Formate ist das eine Chance: Mehr Reichweite, neue Monetarisierungsoptionen und stärkere Bindung durch sichtbare Persönlichkeiten, ohne die DNA des Podcasts zu verlieren.
Wie genau du Videos auf Apple Podcasts veröffentlichst, liest du hier: https://podcasters.apple.com/de-de/support/5593-how-to-publish-video





