Wer verstehen will, wohin sich Audio in den USA wirklich bewegt, kommt an zwei Studien nicht vorbei: „The Infinite Dial“ und „Share of Ear“ – beide vom Marktforschungsinstitut Edison Research.
Die eine zeigt, wer Podcasts hört.
Die andere zeigt, wie viel Zeit Menschen mit ihnen verbringen.
Infinite Dial misst die Verbreitung – Share of Ear misst die Aufmerksamkeit.
Zusammen liefern beide Studien einen ziemlich präzisen Blick auf den Audiomarkt, der auch wichtige Erkenntnise für den deutschen und europäischen Markt liefert. Doch wenn es darum geht zu verstehen, wie schnell Podcasting wächst, welche Zielgruppen dazukommen und wie tief das Medium inzwischen im Alltag verankert ist, dann führt kein Weg an Infinite Dial vorbei.
Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuelle Ausgabe dieser Studie, die gestern vorgestellt wurde.
Infinite Dial 2026: Drei Entwicklungen, die Podcasting gerade verändern
Einige der vorgestellten Zahlen bestätigen bekannte Trends – andere zeigen, wie stark sich die Nutzung gerade verschiebt. In aller Kürze:
1. Podcasting wächst vor allem in der Nutzungstiefe
Die monatliche Podcast-Reichweite liegt inzwischen bei 58 % der Bevölkerung in den USA, während 45 % wöchentlich Podcasts konsumieren.
Der Abstand zwischen monatlicher und wöchentlicher Nutzung wird damit kleiner. Das deutet darauf hin, dass Podcasts zunehmend regelmäßig und ritualisiert gehört werden – nicht mehr nur gelegentlich.
2. Video und Audio verschmelzen tatsächlich
Ein besonders spannender Befund: 57 % der Amerikaner haben Podcasts sowohl gehört als auch gesehen. Podcasting entwickelt sich damit faktisch zu einem Dualformat-Medium. Audio- und Videonutzung überlagern sich zunehmend – sie konkurrieren nicht, sondern erweitern gemeinsam die Reichweite.
3. YouTube wird zum zentralen Podcast-Player
Bei der täglichen Podcast-Nutzungszeit liegt YouTube mit 32 % vorne, vor Spotify (25 %) und Apple Podcasts (11 %). Gleichzeitig nutzen 78 % der Amerikaner YouTube jede Woche.
Damit wird klar: Für viele Nutzer ist YouTube längst ein Podcast-Einstiegspunkt – selbst wenn sie Inhalte später auf klassischen Audio-Plattformen weiterhören.
4. Überraschender Wachstumstreiber: ältere Zielgruppen
Ein weniger diskutierter Punkt der Studie: Die Nutzung von Online-Audio bei den über 55-Jährigen ist innerhalb von zwei Jahren von 52 % auf 70 % gestiegen. Das stärkste Wachstum im Audiomarkt kommt damit aktuell nicht aus den jüngsten Zielgruppen, sondern aus älteren.
Die Studie zeigt weniger ein Reichweitenwachstum als eine strukturelle Verschiebung im Podcastmarkt – hin zu stärkerer Nutzung, plattformübergreifendem Konsum und einer deutlich breiteren Altersbasis.
Wer sich ausführlich informieren möchte, findet die Studie hier kostenlos zum Download: https://is.gd/CZThbT








