Podcasts gelten oft als Medium für junge, technikaffine Männer. Doch genau dieses Bild räumt eine neue internationale Studie jetzt auf.
Die Ergebnisse zeigen: Die Podcast-Community ist deutlich vielfältiger, als viele glauben. Wer Kampagnen weiterhin auf Basis alter Annahmen plant, verschenkt wertvolles Potenzial.
Podcast-Hörer:innen sind keine homogene Zielgruppe
Zwar sind Millennials in den fünf untersuchten Märkten als Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen am stärksten vertreten, doch Podcasts erreichen längst Menschen aller Altersklassen. Besonders überraschend: Ältere Zielgruppen werden im Podcast-Marketing häufig unterschätzt. Vor allem in den USA hören überdurchschnittlich viele Menschen ab 65 regelmäßig Podcasts und gehören gleichzeitig zu kaufkräftigen Zielgruppen für Themen wie Reisen, Gesundheit, Finanzen oder Einzelhandel.
Jede Altersgruppe hört etwas anderes
Auch die Interessen unterscheiden sich deutlich:
- Comedy ist besonders bei 18- bis 34-Jährigen beliebt.
- Gesellschaft & Kultur gewinnt ab Mitte 30 an Bedeutung.
- Bildungsformate sprechen vor allem Menschen zwischen 45 und 54 Jahren an.
- True Crime erreicht besonders viele Hörer:innen zwischen 55 und 64 Jahren.
- Nachrichten dominieren bei den über 65-Jährigen.
Das zeigt: Podcasts sind längst kein reines “Gen Z”-Medium mehr.
Auch beim Geschlecht gibt es Überraschungen
Ein weiteres Vorurteil hält sich hartnäckig: Podcasts seien überwiegend männlich.
Die Studie kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis. Über alle untersuchten Märkte hinweg ist die Hörerschaft nahezu ausgeglichen, mit einem leichten Frauenüberhang.
Zudem unterscheiden sich einzelne Länder und Genres deutlich. Während True Crime besonders viele Frauen erreicht, ziehen Nachrichten- und Sportpodcasts häufiger Männer an. Comedy und Gesellschaftsformate sprechen dagegen beide Geschlechter gleichermaßen an.
Fazit
Die wichtigste Erkenntnis lautet: Es gibt nicht “die eine” Podcast-Zielgruppe.
Wer Podcasts erfolgreich für Marketing oder Werbung nutzen möchte, sollte sich von alten Klischees lösen und stattdessen die tatsächlichen Hörgewohnheiten seiner Zielgruppe analysieren. Denn gute Podcast-Strategien entstehen nicht durch Vermutungen, sondern durch Daten.






