Wer neue Hörer:innen gewinnen möchte, denkt häufig zuerst an Podcast-Apps, Trailer oder Cross-Promotion. Doch genau dort findet laut aktuellen Daten von Podcast-Forscher Tom Webster ein immer kleinerer Teil des Wachstums statt.

Die Realität sieht heute anders aus: Podcasts werden zunehmend außerhalb der Podcast-Welt entdeckt. YouTube ist inzwischen der wichtigste Kanal, über den Menschen ihren aktuellen Lieblingspodcast kennenlernen. Dahinter folgen soziale Netzwerke. Klassische Podcast-Marketingmaßnahmen wie Trailer, Feed-Promotion oder Empfehlungen innerhalb von Podcast-Apps spielen dagegen eine deutlich kleinere Rolle als viele annehmen.

Noch spannender ist jedoch ein anderes Ergebnis der Studie: Der mit Abstand stärkste Auslöser für neue Hörer:innen bleibt die persönliche Empfehlung. Wenn Freunde, Familienmitglieder oder Kolleg:innen einen Podcast empfehlen, ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass Menschen tatsächlich reinhören.

Für Podcaster hat das weitreichende Konsequenzen. Die Zeiten, in denen man Menschen allein für das Medium Podcast begeistern konnte, sind vorbei. Die meisten Nutzer:innen interessieren sich nicht für Podcasting als Format, sie interessieren sich für spannende Geschichten, interessante Persönlichkeiten oder relevante Themen.

Ob diese Inhalte als Audio, Video oder Social-Media-Clip konsumiert werden, ist für viele inzwischen zweitrangig. Deshalb wird es immer wichtiger, Podcasts so zu präsentieren, dass sie leicht weiterempfohlen werden können. Klare Positionierung, teilbare Inhalte und kurze Beschreibungen, die Menschen unkompliziert weitergeben können, werden zu entscheidenden Wachstumstreibern.

Die wichtigste Erkenntnis lautet deshalb: Podcast-Wachstum entsteht heute nicht mehr primär in Podcast-Apps. Es entsteht dort, wo Menschen bereits ihre Zeit verbringen: auf YouTube, in sozialen Netzwerken und vor allem in persönlichen Gesprächen. Wer diese Mechanismen versteht, hat einen klaren Vorteil im immer lauter werdenden Wettbewerb um Aufmerksamkeit.