OnlyFans wagt den nächsten Schritt in Richtung Mainstream-Creator-Plattform. Auf dem OMR Festival 2026 in Hamburg kündigte das Unternehmen neue Community-Bereiche für Sport, Comedy und Podcasts an. Das Ziel ist klar: weg vom reinen Adult-Content-Image und hin zu einer Plattform, auf der unterschiedlichste Creator direkt mit ihrer Community Geld verdienen können.

Für Podcaster eröffnet das neue Möglichkeiten. Podcast-Inhalte können kostenlos veröffentlicht werden, während exklusive Folgen oder Zusatzinhalte hinter einer kostenpflichtigen Subscription angeboten werden. Damit folgt OnlyFans einem Trend, der die gesamte Creator Economy zunehmend prägt: Direkte Bezahlmodelle gewinnen an Bedeutung, während klassische Werbefinanzierung für viele Creator nicht mehr die einzige Einnahmequelle sein soll.

Die Idee dahinter ist nachvollziehbar. Wer eine engagierte Community besitzt, kann unabhängiger von Algorithmen, Werbekunden und Plattformen werden. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen. Je mehr Inhalte hinter Paywalls verschwinden, desto stärker verändert sich das offene Podcast-Ökosystem, das bislang vor allem auf frei zugänglichen Inhalten basiert.

Hinzu kommt die Frage nach dem Vertrauen. OnlyFans bringt nach wie vor ein sehr klares Markenimage mit, das nicht automatisch zu jedem Podcast oder jeder Zielgruppe passt. Ob Hörer:innen künftig bereit sind, Podcasts ausgerechnet dort zu abonnieren, wird sich erst zeigen müssen.

Fest steht jedoch: Die Diskussion über direkte Fan-Finanzierung wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. OnlyFans ist dabei vermutlich weniger die Ursache des Trends, sondern vielmehr ein weiteres Zeichen dafür, wohin sich die Creator Economy entwickelt.