Podcasting wächst so stark wie selten zuvor. Doch die eigentliche Geschichte steckt nicht in den Reichweiten, sondern in den Menschen, die neu dazukommen. Eine aktuelle Studie von Westwood One und Signal Hill Insights zeigt: In den USA ist die Zahl der wöchentlichen Podcast-Hörer:innen innerhalb von vier Jahren von 74 auf rund 130 Millionen gestiegen. Das entspricht einem Wachstum von 76 Prozent.
Neue Hörer:innen bringen neue Erwartungen mit
Mit den Millionen neuer Nutzer:innen verändert sich auch das Verständnis davon, was ein Podcast überhaupt ist. Während viele langjährige Podcast-Fans Audio bevorzugen, wächst eine Generation heran, die Podcasts ganz selbstverständlich als Videoformat erlebt. Mittlerweile geben fast die Hälfte der Befragten an, Podcasts am liebsten aktiv als Video zu konsumieren. Das zeigt: Nicht die bestehenden Hörer:innen haben ihre Vorlieben geändert, sondern viele neue Menschen kommen mit völlig anderen Erwartungen in die Podcast-Welt.
Plattformen werden zum Wachstumsmotor
Auch bei der Podcast-Entdeckung verschieben sich die Kräfte.
YouTube hat sich bereits als wichtigste Podcast-Plattform etabliert. Gleichzeitig experimentieren inzwischen auch Streaming-Dienste wie Netflix mit Podcast-Inhalten und machen das Medium einem Publikum zugänglich, das klassische Podcast-Apps bislang kaum genutzt hat. Je sichtbarer Podcasts auf großen Plattformen werden, desto schneller wächst die gesamte Branche.
Was bedeutet das für Podcaster?
Die Studie empfiehlt, neue Zielgruppen nicht als selbstverständlich anzusehen. Viele Menschen entdecken Podcasts heute erstmals über YouTube, TikTok oder Streaming-Plattformen und wissen oft gar nicht, dass sie dieselben Inhalte auch bequem über Spotify oder Apple Podcasts abonnieren können. Deshalb wird Aufklärung immer wichtiger: Erkläre deiner Community, wo und wie sie deinen Podcast hören oder sehen kann, und nutze jede Episode sowie deine Social-Media-Kanäle, um neue Hörer:innen an das Medium heranzuführen.
Unser Fazit
Podcasting wächst nicht nur, es verändert sich grundlegend. Neue Zielgruppen, neue Plattformen und neue Sehgewohnheiten sorgen dafür, dass alte Erfolgsrezepte nicht mehr automatisch funktionieren. Wer die nächste Generation von Podcast-Hörer:innen erreichen möchte, sollte deshalb offen für neue Formate bleiben, ohne die Stärken des klassischen Audio-Podcasts aus den Augen zu verlieren.





