Interne Podcasts erleben gerade einen Boom. Immer mehr Unternehmen setzen auf Audio, um Informationen, Kultur und Wissen innerhalb der Organisation zu vermitteln. Doch während manche Formate kaum gehört werden, entwickeln sich andere überraschend schnell zu echten Publikumslieblingen.

Der Unterschied ist oft erstaunlich simpel: Gute interne Podcasts sprechen über Menschen. Schlechte interne Podcasts sprechen über Organigramme.

Warum viele interne Podcasts scheitern

In vielen Unternehmen werden interne Podcasts vor allem als zusätzlicher Kommunikationskanal verstanden. Die Folge: Vorstandsbotschaften, Quartalszahlen und Projektupdates werden einfach ins Audioformat übertragen.

Das Problem: Nur weil etwas gesprochen wird, wird es nicht automatisch interessanter. Mitarbeitende hören freiwillig zu, wenn Inhalte relevant, überraschend oder emotional sind, genau wie bei jedem anderen Podcast auch.

Idee 1: Die Kund:innen selbst ans Mikrofon holen

Eine der spannendsten Möglichkeiten besteht darin, echte Kund:innen einzuladen.

  • Was schätzen sie am Unternehmen?
  • Welche Probleme löst das Produkt tatsächlich?
  • Welche Geschichten verbinden sie mit der Marke?

Solche Gespräche schaffen Nähe zum Kunden und helfen Mitarbeitenden, den eigenen Beitrag besser einzuordnen. Gleichzeitig entstehen oft überraschend emotionale Geschichten, die deutlich mehr Wirkung entfalten als klassische Unternehmenskommunikation.

Idee 2: Zwei Kolleg:innen, die sich noch nie begegnet sind

Besonders unterhaltsam wird es, wenn Menschen aus völlig unterschiedlichen Unternehmensbereichen aufeinandertreffen.

Zum Beispiel:

  • Produktion trifft Vertrieb
  • Azubi trifft Geschäftsführung
  • IT trifft Personalabteilung
  • Standort Hamburg trifft Standort Berlin

Idee 3: Ein Tag in meinem Job
Mitarbeitende nehmen die Hörer:innen mit in ihren Arbeitsalltag und geben Einblicke hinter die Kulissen.

Idee 4: Fehler, aus denen wir gelernt haben
Führungskräfte und Teams sprechen offen über Projekte, die nicht wie geplant gelaufen sind – und was daraus entstanden ist.

Idee 5: Die Geschichte hinter dem Produkt
Wie entsteht eigentlich das Produkt oder die Dienstleistung? Welche Menschen sind daran beteiligt?

Idee 6: Frag die Geschäftsführung
Mitarbeitende können anonym Fragen einreichen, die offen beantwortet werden.

Idee 7: Die verrückteste Kundenanfrage
Lustige, überraschende oder besonders herausfordernde Situationen aus dem Unternehmensalltag.

Idee 8: Neue Kolleg:innen stellen sich vor
Statt einer klassischen Vorstellungsrunde lernen Teams neue Mitarbeitende über persönliche Geschichten kennen.

Oft entstehen dabei Einblicke, die selbst langjährige Mitarbeitende überraschen. Gleichzeitig fördert das Format Verständnis für die Arbeit anderer Teams.

Das eigentliche Geheimnis

Die erfolgreichsten internen Podcasts funktionieren nach denselben Regeln wie öffentliche Podcasts: Sie setzen auf Menschen, Geschichten und Emotionen. Wer lediglich Informationen senden möchte, kann auch eine E-Mail verschicken.

Wer dagegen Verbindung, Verständnis und Unternehmenskultur stärken möchte, findet im Podcast eines der stärksten Formate überhaupt. Denn Menschen hören nicht wegen Organigrammen zu, sie hören wegen anderer Menschen zu.

Dieser Beitrag wurde inspiriert durch Elena Marzluv