„Der Podcast-Hörer“ ist eine schöne Illusion. In der Realität hast du es mit vier komplett verschiedenen Typen zu tun – und die reagieren völlig unterschiedlich auf deinen Content und deine Werbung.

34 Prozent der Deutschen hören Podcasts. Kennen wir. Ist keine neue Zahl.

Die RMS Podcast-Studie 2026 macht sichtbar, wer genau der Hörer ist. Und ehrlich gesagt: das Thema Zielgruppe kannst du eigentlich nicht mehr so denken wie bisher.

Es sind vier Hörertypen. Und vier komplett unterschiedliche Arten, Podcasts zu nutzen.

 

Urban Explorers – immer drin, nie ganz dabei

Die Jüngeren. Viel unterwegs, viel parallel, viel Tempo. Podcasts laufen hier einfach mit. Beim Weg zur Arbeit, im Auto, im Bus, irgendwo zwischen zwei Dingen. Das ist kein bewusstes „Ich höre jetzt“, sondern eher ein Dauer-Stream im Alltag.

Interessant:
Die sind offen für Werbung. Wirklich offen. Wenn’s schnell geht, klar ist und irgendwie kickt. Aber genau da liegt das Problem: Du hast kaum Zeit. Wenn du nicht sofort funktionierst, bist du weg.

Das ist kein Publikum für lange Erklärstrecken.

 

Life Managers – Podcast zwischen To-do-Liste und Feierabend

35 bis 45, Alltag durchgetaktet. Hier wird Podcast bewusst eingeschoben. Nicht aus Langeweile, sondern weil es passt: beim Kochen, beim Pendeln, beim Runterkommen. Das ist eine ziemlich stabile Nutzung. Aber keine naive. Sie bleiben, wenn du relevant bist.

Weniger Show, mehr Substanz. Und bitte nicht nerven.

 

Lifestyle Professionals – anspruchsvoll, selektiv, manchmal gnadenlos

Das ist die Gruppe, die Podcasts wirklich nutzt. Für Input. Für Ideen. Für Weiterentwicklung. Technik, Business, Sport, Zukunftsthemen. Und jetzt kommt der unangenehme Teil: Die merken sofort, wenn etwas nicht passt. 33 Prozent akzeptieren Werbung – aber nur, wenn sie ihnen wirklich etwas bringt. Alles andere fliegt raus.

Hier reicht „nett gemacht“ nicht. Hier musst du liefern.

 

Experienced Listeners – zu oft unterschätzt

50 plus. Und wahrscheinlich die interessanteste Gruppe in der ganzen Studie.

Die hören nicht nebenbei. Die hören bewusst. Die suchen Inhalte, die ihnen etwas bringen. Und sie sind viele. Wirklich viele. Das ist kein „auch noch mitnehmen“-Publikum. Das ist eine der stabilsten und aufmerksamsten Hörerschichten, die du aktuell bekommst.

Wer diese Zielgruppe ignoriert, verschenkt Qualität.

 

Was bei der Nutzung wirklich hängen bleibt

Ein paar Zahlen wirken erst unspektakulär – sind aber strategisch ziemlich wichtig:

  • Zuhause ist immer noch der wichtigste Ort (91 %)
  • Aber: unterwegs legt massiv zu, vor allem im Auto
  • Podcasts wandern in den Morgen – fast die Hälfte der Heavy User hört zwischen 6 und 9 Uhr
  • Und: Auf dem Land wird mehr gehört als in der Stadt

Das verändert, wann und wie du Inhalte denken musst.

 

Und jetzt zum spannendsten Punkt: Werbung

Drei Viertel sagen: Werbung ist okay. Klingt erstmal wie ein Freifahrtschein. Ist es aber nicht. Denn:
57 Prozent hören Spots durch – wenn sie zum Podcast passen. Host-Reads schaffen das deutlich seltener. Das ist ein kleiner Bruch mit einem großen Mythos.

 

Nicht der Host entscheidet. Sondern die Passung.

Wenn sich Werbung wie ein Fremdkörper anfühlt, ist sie raus. Egal, wer sie spricht.

 

Take Aways:

  • Hör auf, „die Zielgruppe“ zu denken
    Das Ding ist durch. Es geht um Nutzungssituationen, nicht um Alter.
  • Mach Werbung, die sich einfügt. Wenn dein Spot klingt wie ein Fremdkörper, kannst du ihn dir sparen.
  • Lass die Finger von Copy-Paste aus dem Radio. Funktioniert hier einfach nicht.
  • Nutze die Momente
    Kopfhörer. Bewegung. Das sind Situationen, in denen Leute wirklich zuhören. Die kriegst du so in kaum einem anderen Medium.

 

Infografik mit Statistiken und Charts zu Podcast-Nutzung und Hörertypen in Deutschland mit dem Titel "RMS Podcast-Studie 2026".

 

‚Die Studie legt den Finger genau in die richtige Wunde. Podcast ist längst kein einheitlicher Kanal mehr. Es ist ein Mix aus komplett unterschiedlichen Nutzungstypen. Und genau da entscheidet sich, ob dein Content funktioniert – oder einfach durchläuft.

Key Facts

  • 34 % hören regelmäßig Podcasts
  • Jeder Vierte hört täglich
  • Vier klar unterscheidbare Hörertypen
  • 75 % akzeptieren Werbung
  • 57 % hören passende Spots aktiv durch
  • Nutzung wird mobiler und rutscht stärker in den Morgen

Hier bei der RMS ist diese Studie einsehbar: https://is.gd/fZzzdC