Der deutsche Podcastmarkt wächst 2026 kaum noch. 20,3 Millionen Menschen ab 14 Jahren hören mindestens einmal im Monat Podcasts. Das sind 28,6 Prozent der Bevölkerung. Mindestens gelegentlich hören 24,4 Millionen, also 34,4 Prozent.

Die Zahlen liegen damit ungefähr auf Vorjahresniveau. Nach Jahren mit kräftigem Wachstum ist das keine schlechte Nachricht. Podcasts haben inzwischen ein großes, stabiles Publikum.

 

Balkendiagramm, das die Nutzungsrangliste der Online-Audio-Plattformen in Deutschland im Jahr 2023 sowie Prognosen für 2026 zeigt und dabei das Wachstum von Podcasts als gute Nachricht für die Branche hervorhebt.

 

Bei den Jungen geht es sogar wieder aufwärts: 48,1 Prozent der 14- bis 29-Jährigen hören mindestens monatlich Podcasts. 2025 waren es 45 Prozent. In dieser Altersgruppe hört damit fast jeder Zweite regelmäßig.

Video: Die Kamera läuft, die Augen nicht immer

Video-Podcasts sind überall. Studios werden umgebaut, YouTube wird wichtiger, Hosts sitzen vor Kameras. Aber wie intensiv wird das Bild tatsächlich genutzt?

42 Prozent der regelmäßigen Podcast-Nutzer hören auch Podcasts mit Video. Nur 21,5 Prozent davon verfolgen Bild und Ton überwiegend aufmerksam. 37,8 Prozent hören hauptsächlich und beachten das Bild kaum. Weitere 27,5 Prozent wechseln zwischen Hören und Schauen.

Das rückt den Video-Boom etwas zurecht. Video erweitert den Podcast, ersetzt das Audio aber nicht. Für viele Nutzer bleibt der Podcast auch mit Kamera vor allem etwas zum Hören.

Spotify und YouTube legen zu

51,6 Prozent der regelmäßigen Podcast-Nutzer hören über Spotify, 44,2 Prozent über YouTube. Beide Plattformen gewinnen gegenüber 2025 leicht hinzu.

Andere Zugänge verlieren. Audiotheken und Webseiten von Radiosendern fallen von 28,6 auf 25,2 Prozent. Amazon sinkt von 28,1 auf 25,1 Prozent.

Noch deutlicher ist Spotify bei den 14- bis 29-Jährigen: 69,2 Prozent nutzen die Plattform für Podcasts.

Damit wird die Präsenz auf Spotify und YouTube für Publisher noch wichtiger. Nicht nur die Produktion zählt. Titel, Beschreibung, Video, Suche und Empfehlung entscheiden mit darüber, ob eine neue Folge überhaupt gefunden wird.

Wissen vor Comedy, True Crime verliert

Auch bei den Inhalten gibt es Bewegung. 49,9 Prozent der regelmäßigen Hörer nutzen Wissens- und Lernpodcasts. Unterhaltung und Comedy erreichen 46,5 Prozent, Nachrichten 40,9 Prozent.

True Crime verliert deutlich: von 36,2 Prozent im Vorjahr auf 30,8 Prozent.

Bei den Themen liegt Politik und Gesellschaft mit 49,8 Prozent vorne. Wirtschaft steigt von 29 auf 31,8 Prozent.

Jeder Dritte nutzt Podcasts als wichtige Nachrichtenquelle

Eine Zahl dürfte besonders für journalistische Podcasts interessant sein: Für 34,9 Prozent der regelmäßigen Hörer sind Podcasts eine Hauptquelle für Informationen zum aktuellen Zeitgeschehen. Weitere 43,4 Prozent nutzen sie ergänzend.

Damit spielen Podcasts für fast acht von zehn regelmäßigen Nutzern eine Rolle, wenn sie sich über aktuelle Themen informieren.

Das ist längst mehr als Unterhaltung für nebenbei. Nachrichten, Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Themen haben sich einen festen Platz im Podcastangebot erarbeitet.

Geld gibt es vor allem für weniger Werbung

19,6 Prozent der regelmäßigen Podcast-Hörer zahlen bereits zusätzlich für Podcasts oder unterstützen Podcaster direkt. Knapp sechs von zehn können sich grundsätzlich vorstellen, für Podcastangebote Geld auszugeben.

Der attraktivste Mehrwert ist dabei kein exklusives Starformat und keine Bonusfolge: Werbefreiheit steht ganz oben.

Der OAM 2026 zeigt damit einen Markt, der ruhiger geworden ist. Die Reichweite stagniert, bei den Jungen steigt sie wieder. Spotify und YouTube werden stärker, Wissen schlägt Unterhaltung und Podcasts sind für viele längst Teil ihres Informationsalltags.

Und Video? Gehört inzwischen dazu. Nur zuschauen wollen längst nicht alle.

Zum Download der Studie: https://tinyurl.com/25jrz2pb

 

Was ist der Online-Audio-Monitor?

Der Online-Audio-Monitor, kurz OAM, untersucht seit 2018 jedes Jahr die Nutzung von Online-Audio in Deutschland. Er erfasst Podcasts ebenso wie Webradio, Musikstreaming, Hörbücher und andere digitale Audioangebote.

Für den OAM 2026 wurden 5.206 Menschen ab 14 Jahren befragt. 37 Prozent der Interviews fanden telefonisch, 63 Prozent online statt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland. Durchgeführt wird die Untersuchung von mindline media.

Auftraggeber sind die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und die Landesanstalt für Medien NRW. Partner sind BVDW, VAUNET und RMS.