Wie geht es mit Podcasting weiter? Dieser Frage ist das Branchenportal The Media Leader in einer Gesprächsrunde mit Verantwortlichen von Audioboom, Bauer Media, Sounds Profitable, The Times und Octave nachgegangen. Zwei Themen standen dabei im Mittelpunkt: die Messbarkeit von Podcasts und der Einfluss von Künstlicher Intelligenz.
Vor allem bei der Messbarkeit zeichnet sich ein deutlicher Kurswechsel ab. Lange galt sie als größte Hürde für den Werbemarkt. Heute sehen viele Branchenvertreter das anders. Podcasts liefern inzwischen weit mehr als Downloadzahlen. Werbewirkung, Markenbekanntheit, Aufmerksamkeit, Hörerbindung und plattformübergreifende Analysen gehören inzwischen zum Standard.
Bryan Barletta von Sounds Profitable bringt die neue Sichtweise auf den Punkt: Nicht die Messbarkeit bremst den Podcast-Markt, sondern die Tatsache, dass viele Werbekunden die vorhandenen Daten noch zu wenig nutzen.
Dazu passt eine aktuelle Zahl aus der Studie The Advertising Landscape 2025: Attention & Trust: 86 Prozent der intensiven Podcast-Hörer erinnern sich an Werbung, die sie innerhalb der vergangenen sieben Tage gehört haben. Damit schneiden Podcasts bei der Werbeerinnerung besser ab als Fernsehen, Radio, YouTube oder soziale Netzwerke.
Ganz gelöst ist das Thema allerdings noch nicht. Einheitliche Standards fehlen weiterhin. Spotify, Apple Podcasts, YouTube und andere Plattformen erfassen Reichweiten unterschiedlich. Das erschwert Werbekunden den direkten Vergleich. Deshalb fordern viele Unternehmen gemeinsame Messstandards und verständlichere Reportings.
Auch beim Thema KI herrscht erstaunlich viel Einigkeit. Kaum jemand glaubt, dass künstliche Intelligenz Hosts oder Redaktionen ersetzen wird. Stattdessen sehen die Experten ihre Stärken dort, wo sie Zeit spart: beim Transkribieren, Schneiden, Erstellen von Metadaten, Übersetzen oder bei der Analyse von Hörerverhalten. Auch bei der Suche nach neuen Themen und Formaten kann KI helfen, schneller Trends und Lücken im Markt zu erkennen.
Der eigentliche Wert eines Podcasts bleibt jedoch menschlich. Vertrauen entsteht nicht durch Algorithmen, sondern durch glaubwürdige Hosts, gute Geschichten und redaktionelles Gespür. Genau darin sehen die Befragten auch künftig den größten Wettbewerbsvorteil des Mediums.
Die Diskussion über fehlende Messbarkeit dürfte in den kommenden Jahren an Bedeutung verlieren. Wer Podcasts vermarktet, sollte stattdessen stärker mit den Kennzahlen arbeiten, die bereits verfügbar sind – etwa Werbeerinnerung, Hörerbindung oder Markenwirkung. Gleichzeitig lohnt sich ein genauer Blick auf KI-Tools, die Routineaufgaben übernehmen. Sie schaffen Zeit für das, was einen Podcast wirklich erfolgreich macht: gute Inhalte und starke Persönlichkeiten.





